Good Company hat nicht zu viel versprochen. Das Konzert der vier Musiker im Stöffel-Park läuft nach dem Motto „reinkommen und ankommen“. Eine entspannte Atmosphäre bei ebenso ruhiger Musik macht sich sofort breit. Tom Pettys „Free falling“ und das „Dead flowers“ von den Stones zeigen auf, wo es langgehen wird die nächsten 2 Stunden.
Mit einer Prise Humor gewürzt
Inspiriert von den Originalen oder ihren bekannten Versionen kreieren Günter Weigel, Udo Lietz, Larry Blattermann und Uli Altrichter ihre eigenen Beiträge –, „weil wir die anderen sowieso nicht hinbekommen“, meint Günter und hat die ersten Lacher auf seiner Seite.
Immer wieder wird eine schöne Prise trockenen Humors von ihm und Udo eingestreut, wunderbar. „Jetzt kommt noch so’n Lied, quasi fuschneu, also aus den 80ern.“ Na, dann ist es doch aus den 90ern, das „Another cup of coffee“, was soll’s.
Tolles Zusammenspiel der Gitarren
Instrumental machen die 4 viel her. Dazu kommt der tolle Gesang von Udo und Larry. Immer wieder werden Handys von den Zuhörern gezückt, um mitzuschneiden und ein bisschen von dem Abend festzuhalten.
In der Pause wird munter geplaudert. Und Bassist Uli zeigt auch mal ein Foto seiner neuesten E-Gitarren-Kreation. Es ist ein langjähriges Hobby des Westerwälders, der es auch liebt Extras in seine Instrumente einzubauen. Sein aktuelles Modell ist wieder mal als politischer Kommentar zu verstehen: Es sieht verdächtig nach Klobrille aus. Warum seine Meinung sagen, wenn man sie auch bauen bzw. spielen kann? Aber dieses Exemplar kommt an dem Abend nicht zum Einsatz.
Liedtexte lassen aufhorchen
Auch die zweite Hälfte des Programms vergeht leider im Nu. Sorgen bleiben draußen, möchte man meinen. Nicht ganz. Trotz der heimeligen Stimmung, die zu spüren ist, sind die Liedtexte nicht nur idyllisch. „Before the deluge“ von Jackson Browne aus den 1970er-Jahren ist poetisch, melodiös – und sehr kritisch. Es ist „eine frühe Umwelthymne“, so Günter. So lernt man auch einige neue alte Titel hier kennen.
Ob blond, ob braun: Günter liebt Gitarren und hat auch mehrere zur Auswahl dabei. Er stellt die Instrumente der Musiker kurz vor. Er selbst greift an dem Abend oft zur Bluegrass-Mandoline, hergestellt in Polen, die zu einem besonderen Klang beiträgt und aufhorchen lässt.
Live is life
Herzzerbrechende irische Weisen (Christy Moore) sind ebenso zu hören wie das hinreißende „Fields of gold“ (Sting) oder Songs von Bob Dylan. Der große Applaus des Publikums in der gut besuchten Alten Schmiede wird von Good Company mit mehreren Zugaben belohnt.
Das Konzert hat richtig gut getan, und die „Rezeptgebühren“ waren überschaubar. Gerade nach dem langen Sommer mit den vielen Open-Air-Konzerten im Westerwald war es wieder an der Zeit für Livemusik, die einfach unersetzlich ist.
(Foto und Text: Tatjana Steindorf)