Mit Witz, Leichtigkeit, Gedichten und vielen Mitwirkenden – auf und vor der Bühne – hat Tina Hüsch ihr Format „Poesie & Gedudel“ in der Alten Schmiede im Stöffel-Park zelebriert. Es ist ein heiterer Abend, der im wahrsten Sinne alle bewegt.
Im Mittelpunkt stehen ihre Reime, die ihre Gedanken und Stimmungen in einfachen Versen zusammenfassen, dabei ist ihre Art zu denken verlässlich unkonventionell. Die Bad Marienbergerin ist immer für Überraschungen gut. Freundlich besteht sie auf dem Recht, etwas Verrücktes, Albernes oder Kindliches tun zu dürfen. Und sie möchte alle mit ins Boot nehmen.
Der „Welkschmerz“ und wie er bekämpft werden kann
Lachen, Spaß, Menschlichkeit erfüllen den Raum, obwohl das Thema des Abends doch eigentlich höchst schmerzlich und unerfreulich sein sollte: Es geht ums Altwerden, den „Welkschmerz“. Einige Gedanken zum Thema lässt auch Uli Heidenreich einfließen.
Tina frönt der „Gesternsehnsucht“ und erinnert an Diashows statt Insta, Freunde statt Follower, Briefe statt WhatsApp… Um aber nicht zu versauern, gilt es, den Geist zu verjüngen, dann zieht der Körper von selbst nach. Wie das geht?
Raus aus dem Käfig!
Tina möchte die Gedankenkäfige ihres Publikums öffnen und lädt ein, mit frischem Blick auf alles zu schauen. Während sie aus ihrem 33. Gedichtband zitiert, untermalen die Musiker Günter Weigel und Ralf Kortus dezent instrumental ihre Worte. Statt „immer mehr“ sagt Tina: „Es ist genug.“ Und mit Vergnügen stellt sie alte Gewissheiten auf den Kopf. „Fehler soll man genießen!“
Überall sind lächelnde Gesichter zu sehen. Sie und die Musiker – auch Armin und Arne von Bigfoot sind dabei – lassen zwischendurch alle grooven und mitsingen. Tina lädt ihre Mutter zum Tanzen ein. Dann stellt sie eine sportliche ältere Bekannte vor, ebenso wie eine Jugendfreundin … eine Grenze zwischen Mitwirkenden und Publikum wird hier nicht gezogen. Mit einem Mann von der Presse zieht Tina sogar einen Seifenblasen-Segen spendend durch die gut besuchte Schmiede. „Denn wo Seifenblasen sind, hat das Alter nichts mehr verloren.“
Mal anderes: vergnügt und unbeschwert
Tina ist eine Menschenfängerin. Sie ist so verrückt wie schlau, herzlich und verlässlich und macht sich schnell Freunde. Die Lust am Rumalbern kommt mit ihr ganz spielerisch zur Entfaltung. Lebensfreude ist das für sie, raus aus dem Alltag, rein ins Leichte, Unbeschwerte. Als Hilfsmittel dienen ihr beispielsweise Schaukeln. Ja, die zierliche Frau, mittlerweile auch 50 plus, schleicht sich unberechtigt auf Spielplätze, um ihre Seele baumeln zu lassen.
Tina hält fest am Kinder-Ich, das mittendrin statt nur dabei ist. Das lässt sich lernen: Zum Beispiel mit Gehoppse und Pfützenspringerei. Wie letzteres einfach umzusetzen ist, erfährt das amüsierte und herzlich bewegte Publikum alsbald: Tina hüpft, begleitet von ihrem „Banker“ und ihrem „Versicherungsmann“, frischauf in eine mobile Pfütze. (Für alle Nicht-Einhorn-Gläubige mag sie wie eine blaue Mülltüte aussehen, aber dieser Eindruck täuscht natürlich.) An Ideen und Witz mangelt es Tina nicht. Die Stimmung ist super, und es gibt viel Zuneigung und Applaus für alle Mitwirkenden.
Für die gute Sache
Sicherlich hält auch jung, öfter mal an andere zu denken. So stand wieder der Benefiz-Gedanke bei Poesie & Gedudel im Mittelpunkt. Tina Hüsch dankte den Mitwirkenden und dem Stöffel-Park für die Unterstützung. Statt Eintritt zu erheben, wurde um Spenden für das Tierheim in Ransbach-Baumbach gebeten.