Ganz hinten links in Steinebach an der Wied, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen (wortwörtlich!), wohnt Martin Fandler. Er stellt im Stöffel-Park vom 25. Juli (Eröffnung ist um 16 Uhr) bis zum 21. August 2026 im Tertiärum einen Querschnitt seines fotografischen Schaffens aus. 65 Aufnahmen präsentiert er: Bilder von Tieren, der Wäller Landschaft, Sport- oder Festivalaufnahmen, Architektur und Porträts…
Eine Idylle, hinter der großer Einsatz und Hingabe steckt
Über sich selbst redet er nicht so gerne ausführlich, doch ein Besuch bei ihm könnte helfen, mehr von ihm zu erfahren. Und wirklich, schnell ist zu sehen, welches Hobby der Fotograf sonst noch so hat. Ein großer naturnaher Garten, der blüht und reichlich Früchte trägt, beschäftigt ihn und seine Frau. An einem Spielhäuschen für die Enkel fehlt es auch nicht.
Jeden Vogel und Schmetterling nennt er beim Namen, und seine Begeisterung für die Natur ist spürbar. Selbst die Feldwespen faszinieren ihn: „Sie sind nicht aggressiv und reduzieren die Mücken“, erklärt er.
Wo sich Reh und Fuchs ein Rennen liefern
Auf dem Tisch liegt eine Kamera mit großem Objektiv, allzeit bereit, einen Distelfalter anzuvisieren oder den Fuchs, der gleich gegenüber „den Kühen regelrecht durch die Beine läuft“. Letztens wurde dieser von einem Rehbock verjagt, sagt er und hat natürlich die passenden Fotos dazu parat. 100 Vogelarten hat er schon im Westerwald im Bild festgehalten. „Sogar einen Wendehals habe ich letztens gesehen, den ersten seit meiner Kindheit“, freut er sich. Martin Fandler ist ein guter und geduldiger Beobachter und – wie schon erwähnt – an einem breiten Themenspektrum interessiert.
Vielfalt und Kreativität liegt ihm
Geboten wird er in Detmold und wächst in Nisterau auf. Seit 1956 wohnt er schon in Steinebach a.d. Wied.
Im Dezember wird er 75 Jahre, aber sein Blick ist hell wie der eines Jugendlichen. Sehr geprägt hat ihn der Sport: Leichtathletik, Sprinten, bis die körperlichen Probleme ihn kürzertreten ließen. Er hat Schriftsetzer gelernt, war als Dreher, Drechsler und Spritzlackierer beschäftigt. Dann arbeitete er in der EDV. An der Fotografie fasziniert ihn, dass kaum ein Metier so spezialisiert ist. Er selbst kennt hier keine Grenzen. Das passt. Ein Einzelgänger ist er nicht, er ist im örtlichen Gemeinderat engagiert. Und das Kreative liegt ihm sehr am Herzen: Er ist Mitglied im Kunstforum Westerwald, ist bei den Theatermachern Hachenburg dabei und den Westerwälder Foto-Freunden.
Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht
Ab 1992 war er nebengewerblich als Fotograf unterwegs. Er hat Bilder im eigenen Fotolabor entwickelt. Mit Hochzeitsfotografie und Porträts im eigenen Fotostudio war er viel beschäftigt. Ab 2009 bis zur Coronazeit war das auch sein Hauptberuf. Er hat ebenfalls für Firmen Vorträge gefilmt und geschnitten. Daneben gab er VHS-Kurse in Fotografie. Für eine Firma, bei der er arbeitete, hat er auch seine Kollegen am Arbeitsplatz festgehalten. Jedes Jahr erstellt er einen Fotokalender. 2026 sind es wunderbare Wäller Landschaftsaufnahmen.
Ein Querschnitt seines Schaffens ist zu sehen
Seine Aufnahmen sind gut, technisch versiert und eher zurückhaltend mit der eigenen Note, die aber als „liebenswerter, wertschätzender Blick“ bezeichnet werden könnte.
Er hat bereits mit Vereinen und Freunden ausgestellt – z.B. kürzlich in Berlin „Augen der Welt“. Mit Barbara Bathe hat er einen Bild-Gedicht-Band erstellt „Die geliehene Zeit“. Er hat immer wieder bei Fotowettbewerben und im Fotoverein vordere und erste Plätze belegt. Nun bleibt er kurz stehen, um einen kleinen Einblick in sein Schaffen zu gewähren. Der Stöffel-Park freut sich darauf.