Das sind Bilder, die guttun, wahrhaftige Wald- und Wiesenbilder – und doch noch ein gutes Stück mehr. Theresia Müller-Kunz ist seit Jahren bekannt im Wällerland. Viele Künstlerkolleg*innen und Interessierte sind nun gekommen, um auf sie bei der neuesten Vernissage im Café Kohleschuppen im Stöffel-Park anzustoßen.
Ich glaub, ich steh im Wald
Ihre Ölmalerei kommt nur in wenigen Exemplaren ohne die Farbe Grün aus. Besonders typisch sind für sie eher großformatige Leinwände, auf denen ein Stück Natur abgebildet ist.
Mal meint man, einfach reinlaufen zu können in ihren Wald oder sich auf die Wiese ausstrecken zu können – und von dort gibt es dann noch den Blick auf fantastische Wolken dazu. Teilweise steht einfach ein Baumstamm im Fokus – seine Rindenstruktur oder die leuchtenden Flechten und Moose auf ihm.
Carmen Engel (Geschäftsführerin des Stöffel-Parks) heißt die Künstlerin aus der Nachbarschaft (Langenhahn) herzlich willkommen. Und Sabine Dörner vom Stöffelverein schildert ihre Eindrücke von den Arbeiten: „Die Bilder erzählen von der Schönheit des Augenblicks, von der Kraft der Natur und von der tiefen Verbundenheit der Künstlerin mit ihrer Heimat. Sie ziehen uns Betrachtende förmlich in sich hinein, man spürt die Frische eines kühlen Walds, hört das Summen der Insekten auf einer Sommerwiese und sieht Lichtreflexe auf einem See tanzen und glitzern.“
Nicht alles ist nur, wie es scheint
Neben sehr realistischen Eindrücken sind auch farbenfrohere Exemplare zu finden: Eine magentarote Blüte strahlt riesig dem Betrachter entgegen – oder bei einer Seeidylle leuchten Blüten im Zwielicht hervor. Symbolträchtige Motive integriert Theresia in manchen ihrer Gemälde. Seifenblasen-ähnliche Kugeln neben Weideröschen auf gelbem Grund vereinen sich zu einem sehr ansprechenden Ensemble. Im grünlichen Seewasser erscheint eine Nymphe. Oder Natur, Hängematte, Kreuzotter und Sicherheitsnadel werden so hübsch wie hintersinnig in „Die Gedanken sind frei“ arrangiert. Anregungen zum Nachdenken und Nachfragen und ein guter Grund, sich länger mit dem Dargestellten auseinanderzusetzen. So steht für sie die Feder für die Freiheit, ist zu erfahren. „Über Federn freue ich mich mehr als über einen Blumenstrauß“, gibt sie Preis. Sie ist keine Frau vieler Worte.
Theresia Müller-Kunz malt am liebsten im Garten oder ausgewählten Bereichen in der Natur, etwa an der Wäller Seenplatte. „Ich finde, ein Bild, das Natur darstellt, muss auch schon mal draußen gewesen sein“, sagt sie lächelnd.
Federkiel und Harfenklang
Sehr passend zu den Motiven der Bilder und ihrer freundlichen Ausstrahlung ist auch das Rahmenprogramm bei der Vernissage: Hilde Fuhs singt Weisen mit irisch-keltischen Anklängen, begleitet sich u.a. zauberhaft auf der Harfe. Mit einer eigenen Komposition lässt sie etwas „The hills of old Ireland“ entstehen.
Rolf Henrici ist ein Gegenpart mit seinem literarischen Beitrag. Sein Text, in dem er sich als renitenter Kunstbanause auf einer Ausstellung darstellt, ist liebenswert, frech – und schön humorvoll. Zusammen nennen die beiden sich übrigens „Federkiel und Harfenklang“.
Zu Theresia Müller-Kunz
Theresia Müller-Kunz ist Glasgraveurmeisterin und staatlich geprüfte Glasveredelungstechnikerin (Aus- und Fortbildung: staatliche Glasfachschule Hadamar). Bis zur Familiengründung (3 Kinder) arbeitete sie 10 Jahre als selbstständige Kunsthandwerkerin im eigenen Glasatelier in Hachenburg. Theresia arbeitet heute als freischaffende Künstlerin.
Ihre künstlerischen Schwerpunkte sind:
- Ölmalerei
- Auftragsarbeiten, Malerei/Zeichnungen und Porträts
- Glasgravuren
- Buchillustrationen
- künstlerische Wandgestaltungen
Öffnungszeiten und Kontakt
Die Ausstellung „Mein Atelier ist die Natur“ ist bis zum 23. August 2026 zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntag 13-18 Uhr, dann öffnet auch das Café Kohleschuppen. An allen anderen Tagen (außer montags) ab 10 Uhr nach Vereinbarung.