Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Das Stöffel-Fest, das Samstag und Sonntag ein riesiges Programm vorhält, bietet Unterhaltung und Attraktionen für jedes Alter. Ein Tag reicht nicht aus, um sich alles in Ruhe anzuschauen. 2026 ist bemerkenswert, dass bereits am Samstag das Fest bestens besucht ist, stellt Carmen Engel vom Stöffel-Park fest.
Schon vormittags wird das Café Kohleschuppen aufgesucht, wo eigens für den Anlass eine neue HeimArt-Austellung installiert wird. Künstlerin Monika Grohmann hat unter anderem einige Stöffel-Park-Motive in Linolschnitttechnik aus ihrem großen Fundus ausgesucht. Sabine Dörner, Bernd Baldus, Jutta Fasshauer-Jung, Theresia Müller-Kunz und Azita Lashgari bringen ganz unterschiedliche Stile und Inhalte ins Spiel. Letztere beispielsweise setzt Frauen im Iran in den Fokus.
Wer die Natur kennt, muss sie lieben
Hinter dem Gebäude befindet sich die „Naturecke“. Stände rund um Tier und Pflanze, bei denen man als interessierter Mensch nicht vorbeikommt, ohne einige Sätze mit den engagierten Menschen zu wechseln. Wissenswertes zu Schmetterlingen oder Spinnen, heimischen Wildblumen oder dem heimischen Edelkrebs wartet. Ein Imkerstand und die Rollende Waldschule sind ebenfalls da. Auch die Naturkostspezialitäten sind spannend. Feines vom Giersch oder der Buchecker gefällig? Mehrfach sind auch die Rückepferde zu erleben. Eins ist schon stolze 18 Jahre und nicht mehr immer so ein ambitioniertes Arbeitstier, ist zu erfahren. Zur Abwechslung lässt es sich ein, zwei Reiterlein gefallen. Die Kids freut das sehr. Michaela Nilius vom Stöffelverein moderiert hier sehr gekonnt. Der Kontakt zur Natur, zum Tier, gelingt ganz entspannt.
Die Welt im Kleinen
Im Tertiärum sind die Modellbauaussteller wieder eingezogen. Sehr freundlich ist auch hier der Empfang. Sogar ein Mitmachspiel hat sich ein Aussteller ausgedacht, und es werden Faltblätter zum Selbstbasteln verteilt. Aber, es ist ja noch so viel mehr zu sehen. Alleine bei der Verladestation könnte man ruckzuck ganze Stunden vertrödeln. Also schnell weiter!
Auf der oberen Ebene des Stöffel-Parks gibt es nicht nur Futterstände für die Zweibeiner, sondern die alten Lkw und Konsorten fahren hier lustig herum.
Lasst die Räder und Walze rollen
Mittendrin die Dampfwalze Julia von Fa. Mann. Sie zieht alle Blicke auf sich. Und eigentlich möchte wohl jeder mal mit ihr mitfahren. Auf Passagiere muss sie nicht warten. Die verrücktesten Gefährte sind hier unterwegs und weit hinter dem kleinen Stöffelsee sind noch immer Oldtimer zu finden. Man kann verfolgen, wie Splitt auf die Ladeflächen gekippt wird, als wäre der Basaltabbau noch im Gange. Wie Transmission funktioniert, wird auch gezeigt.
Willkommen im 20. Jahrhundert
Der Ahlmann – ein Radlader, der seit Mitte der 1950er Jahre lange Zeit in dem Steinbruch in Betrieb war – steht da, als müsse er wieder die Loren mit Basalt füllen. Er kann seine Schaufel mit einer hydraulischen Stange hochstemmen, dann 90 Grad zur Seite schwenken, um rund eine Tonne Gewicht abzuladen. Er ist sozusagen eine Pionierleistung deutscher Technikgeschichte! So lange ist das doch noch gar nicht her, oder?
Volles Programm!
Die Organisatoren des Stöffelvereins haben viel Aufwand betrieben, um alles durchzuplanen. Auch heute sind sie voll in Action. Aber die Minen sind gelöst: Das Wetter hält, alles läuft, zufriedene Blicke überall. Die Mühe hat sich gelohnt. Ob bei den RC Crawlern oder den Führungen (unter anderem mit dem Paläontologen Dr. Wuttke), beim Kinder-Spielparcours, den Chorsänger*innen… alle strahlen positive Energie aus. Das gilt auch für die herbeiströmenden Besucher, meinen die Stöffel-Park-Mitarbeiterinnen an der Kasse. Nachher tritt noch die Band „Mille und More“ auf. Die Auftritte werden aufmerksam verfolgt und mit starkem Applaus belohnt. Am nächsten Tag, Sonntag, warten die Tanzsternchen und andere flotte Kids mit ihren Darbietungen auf die Zuschauer. Mellow Yellow unterhält musikalisch beim Café. Der Gottesdienst und Frühschoppen (Musikverein Bellingen) sind feste, beliebte Bestandteile. Und die Rettungshundestaffel ist mit Vorführungen zu erleben. Überwältigend!
Beim Stöffelfest gibt es ganz deutlich: zu viel des Guten! Und das ist nicht beklagenswert, meint jedenfalls Dieter Wisser (Vorsitzender des Stöffelvereins), der das Feedback als Kompliment versteht. Dann bleibt eigentlich nur eins zu sagen: Danke!
(Tatjana Steindorf)