Es sind die Farben, die hier gleich die Besucher in ihren Bann ziehen. Sie umhüllen den Betrachter geradezu. Und das kann nur funktionieren, weil die Malerin Rithe Krug insbesondere großformatige Bilder geschaffen hat wie „Sailing“ oder „Life“. Sie zeigt bis zum 5. Juli 2026 ihre Kunst im Café Kohleschuppen.,
Voller Dynamik und doch harmonisch
Dynamisch und doch harmonisch sind diese Werke. Dazwischen findet sich – pur und erdig – eine Gestalt, die sich durch Zurückhaltung hervorhebt. Zu sehen ist kühles Blau und Grün hier, warme Orange-Rot-Töne dort, dann wieder Abstraktes in Ocker und Weiß… Auch figurative Gemälde fügen sich in die Ausstellung im Stöffel-Park ein. Es ist eine Vielfalt, die durchaus harmoniert. Eine Künstlerkollegin, die zur Vernissage gekommen ist, lobt die gelungene Hängung.
Nicht nur die Bilder, auch die Feier zur Ausstellungseröffnung ist ansprechend, relaxt, freudig… Dafür sorgt zunächst Wolfgang Krug, der mit E-Gitarre und Gesang Lieder wie „Unchain my heart“ interpretiert. Später stellt sich dann noch Rithe an seine Seite und singt mit bei „Wagon Wheel“. Auch dafür gibt es viel Applaus. Aber das sei nur am Rande erwähnt, denn natürlich stehen die Kunstwerke im Fokus.
Carmen Engel begrüßt die seit 2013 freischaffende Künstlerin aus Hachenburg und die Gäste herzlich im Namen des Stöffel-Parks. Sie ist dankbar dafür, dass der Park auf diese Weise kulturell bereichert wird. Allein im Café Kohleschuppen sind in jeder Besuchersaison vier bis fünf Ausstellungen zu sehen. Ebenso viele (Foto-)Ausstellungen im Erlebnismuseum Tertiärum kommen hinzu.
„Der Park ist ein inspirierende Rahmen“, heißt es wiederum in der Ansprache von Rithe Krug.
„Im Bilde sein“ als künstlerischer Kreislauf
Für sie steht der Titel der Ausstellung „Im Bilde sein“ für bewusste Wahrnehmung, die Schicht für Schicht entsteht – und die sie beim Malen Schicht für Schicht aufträgt. Bei den figürlichen Motiven hält sie Momente und Haltungen fest, die sie berühren. Hier wie in ihren den abstrakten Werken bringt sie innere Bilder und Stimmungen auf die Leinwand. Immer möchte sie etwas ausdrücken, das über das Sichtbare hinausgeht. Die Quelle sowie die Intention sind gleich. Entsprechend hat sie auch ihre Bilder durchmischt gehängt.
Bewusst ist ihr auch, dass letztlich die Kunst im Blick des Betrachtenden entsteht. So kann dann wohl ihr/sein Blick das Werk vollenden…
Künstlernotizen begleiten bewusstes Sehen
Die Werke laden ein, sich mit ihnen länger auseinanderzusetzen. Anregungen dazu gibt Rithe Krug den Besuchern an die Hand: Ein Papierbogen voller „Künstlernotizen“ geben in jeweils in 3-4 Zeilen kurze Beschreibungen des Bildes und Gedankenanstöße. Es ist eine schöne Idee, die auch gleich von den Anwesenden genutzt wird.
Ein bunter Wink mit dem Zaunpfahl
Ein interessantes Projekt mit einem ungewöhnlichen Format fällt an einer Wand ins Auge: Die Serie „Frauenwelt“ umfasst eigentlich 40 Arbeiten, sechs davon sind in der Ausstellung vertreten. Auf langen schlanken Keilrahmen (1,50 Meter hoch, 20 Zentimeter breit) sind lauter unterschiedliche Frauen(-typen) in unterschiedlichen Stilrichtungen gemalt zu sehen – mal grafisch-expressionistisch, mal karikaturistisch… Sie heißen Samira, Ella oder Colette. Jede hat ihre Kultur, ihren persönlichen Kleidungsstil. Nebeneinander aufgereiht lassen sie an einen Staketenzaun denken. Jede einzelne steht für sich. Doch sie strahlen Stärke aus – und Zusammenhalt.
Die ausgestellten Bilder sind käuflich zu erwerben.
Die Ausstellung im Café Kohleschuppen des Stöffel-Parks ist bis Sonntag, 5. Juli, zu sehen an Sonn- und Feiertagen von 13-18 Uhr. Zu anderen Zeiten nach Absprache.
Mehr Infos oder Kontakt zur Künstlerin oder zum Stöffel-Park: bzw. Telefon 02661/9809800.