Noch bis Sonntag, 26. April 2026, sind die Werke von Martina Winz im Café Kohleschuppen im Stöffel-Park zu sehen. Nutzen Sie dafür besonders die Sonn- und Feiertage, an denen das Café von 13 bis 18 Uhr geöffnet ist.
Die Ausstellung ist für Martina Winz auch deshalb bedeutsam, da die Werke in der Corona-Zeit entstanden, in der sich viel in ihrem Leben änderte. Bei der Vernissage wurde die Künstlerin aus Hachenburg von Gästen regelrecht umringt. Sabine Dörner vom Stöffelverein hielt eine kleine Laudatio. Beeindruckend war auch die Ansprache der Künstlerin selbst.
Emotionen entwickeln sich weiter
„Ich arbeite oft sehr intuitiv. Am Anfang steht manchmal ein Chaos oder eine starke Emotion. Im Laufe der Arbeit verändert sich das Bild – und findet langsam seine Form. Ein Beispiel ist der Stier. Er entstand ursprünglich aus einer Wutentladung, aus einem Tuscheklecks. Aus dieser Energie entwickelte sich mit der Zeit eine ruhige, kraftvolle Form.“
„Die Werke erzählen von inneren Prozessen – von Zweifel, von Wut, von Trauer, aber auch von Hoffnung und von der Möglichkeit, dass sich etwas verwandeln kann“, erzählte Martina Winz den vielen Gästen bei ihrer Vernissage. Das Werk, „In den Himmel kommen“, entstand nach dem Tod ihres Vaters. „Es ist ein Bild über Trauer, aber auch über Hoffnung – über die Frage, ob aus etwas Schwerem vielleicht auch etwas Leichtes entstehen kann.“
„Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Werk mich anschaut und mir etwas über mich selbst zeigt. Die Bilder entstehen durch mich hindurch – aus Erfahrungen und Emotionen, die sich im Arbeiten verwandeln. Daher auch der Titel der Ausstellung: „Was mich sieht – durch mich hindurch“.
Vision von einem Ort der Begegnung
Martina Winz träumt von einem Ort der Begegnung, einem Raum, in dem Kunst nicht nur betrachtet wird, sondern in einen Dialog tritt – mit Gesprächen über Bilder, mit Workshops, vielleicht auch mit Lesungen und gemeinsamen kreativen Prozessen.
„Ein Ort, an dem Menschen sich durch Kunst vielleicht auch selbst ein Stück näherkommen können. Diese Ausstellung ist für mich ein erster Schritt auf diesem Weg.
Ich danke dem Stöffel-Park sehr für diesen Raum – der selbst ein Ort der Wandlung ist: vom ehemaligen Steinbruch zu einem lebendigen Ort für Kultur und Begegnung.“
Einladung an Interessierte
Und vielleicht ist genau das auch eine Einladung an Sie:
„Schauen Sie nicht nur die Werke an – sondern schauen Sie, was in Ihnen selbst in Resonanz geht“, rät Martina Winz.
(tast, Fotos Vernissage: Sabine Dörner. Foto Kunstwerk: Martina Winz)