...wo der Ton herkommt

Bilder nehmen mit auf die Reise in den unbekannten Westerwald. Fotoausstellung Barbara Bathe zeigt Tongrubenaufnahmen im Stöffel-Park.

Enspel. Zarte Farbspiele in Rosa, ebenso karge wie weitläufige Landschaften, weiße Hügel, die wie Kalkfelsen vor strahlend blauem Himmel anmuten: Die Bilder von der Fotografin Barbara Bathe (Westerburg), die bis Ende Oktober im Stöffel-Park in Enspel zu sehen sind, scheinen den Betrachter auf eine Reise in ein fremdes Land mitzunehmen. Wahrscheinlich ist das auch so für die meisten – wenngleich die Aufnahmen mitten im Westerwald entstanden sind. Bathe nimmt den Betrachter da hin, „…wo der Ton herkommt“, wie der Titel der Ausstellung lautet.

Einblick in die Erdgeschichte

Tongruben geben einen Einblick in die Erdgeschichte, zeigen den Bodenschatz unter unseren Füßen. Sie sind aber auch Arbeitsplatz sowie Rohstofflieferant einer überaus alten künstlerischen Tradition der Region. Mit dieser Wertschätzung ging die gebürtige Berlinerin (74) ans Werk. Es reizte sie, die Farbigkeit und den Formenreichtum zu würdigen. Auch „das Zusammenwirken von Mensch und Natur“ nahm sie gefangen. Kleine Texte der Fotografin helfen, einen Einstieg in die Ausstellung zu finden. Diese zeigt zunächst einige Tongrubenporträts, gefolgt von „Straßenbildern“, die wiederum zu den Details dieser Geotope führen. Die Proportionen des Geländes werden auf den Bildern deutlich, wo sie auch die Arbeitsmaschinen mit abbilden. Hallenbilder und Schwarz-Weiß-Aufnahmen folgen. Auf einem Bild platzt der Ton scherbenartig auf, auf anderen breitet er sich wie Schokoladensoße oder eine Erdbeereispfütze über den Boden aus. Ein Gästebuch hat die Fotografin ausgelegt, das für die Gedanken der Besucher Platz bietet „und für kritische Worte“, wie Bathe es sich ausdrücklich wünscht.

Ein „exzessives Hobby”, das viel Bewunderung und Freude hervorruft

Zur Eröffnung dankte Martin Rudolph, der Leiter des Stöffel-Parks, Barbara Bathe für ihre kunstvollen Bilder. Gemeinsam mit der Künstlerin Marli Bartling hieß er die Anwesenden willkommen, unter denen sich auch Eckhard Schaust und Bernd Krause (Vorsitzender des Landesverbands Hessen/Rheinland-Pfalz) vom DVF (Deutschen Verband für Fotografie) befanden.

Die Motive der 50 brillanten Bilder stammen zumeist aus den Gefilden der Walderdorff’schen Tongrube & Herz GmbH bei Boden und Guckheim. Für den Zugang hat Bathe übrigens eine Genehmigung. „Interessierte können sich einen Einblick über die Tongrubenwanderwege verschaffen oder das Tonbergbaumuseum in Siershahn besuchen“, lautete ihr Ratschlag. Barbara Bathe dankte noch dem Stöffel-Park-Team, den beiden Vorsitzenden der Westerwälder Fotofreunde (ihre Vereinskollegen hatten ihr beim Aufbau zur Seite gestanden) und insbesondere ihrem Ehemann, der sie bei ihrem „exzessiven Hobby“ unterstützt, wie sie es ausdrückte.

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