Schweiß-Workshop lässt Raum für eigene Ideen

Im Stöffel-Park wird regelmäßig „Kreatives Schweißen” angeboten, das nutzen auch Frauen gerne. Künstler Hansjörg Beck ist feinfühliger Begleiter des Workshops, der ihm und seinen Teilnehmern immer viel Freude bereitet. 

Rustikal sieht es auf dem Gelände des Stöffel-Parks aus. Die Industriegebäude des ehemaligen Basaltabbauwerks werden so erhalten, wie sie bei der Stilllegung verlassen wurden. Das wirkt so, als würde hinter so mancher Ecke noch ein Arbeiter „von früher” seiner Tätigkeit nachgehen. In der alten Schmiede ist der Arbeitsalltag sogar noch hörbar dokumentiert. Und heute wird wieder hier geschweißt: Dank Hansjörg Beck, der im Stöffel-Park in Enspel regelmäßig den Workshop „Kreatives Schweißen mit Stahlschrott” anbietet – in diesem Jahr sogar dreimal. Einige Plätze sind für den 24. und 25. Juni noch frei, Näheres im Veranstaltungskalender.

Rost und Holz finden hier einen Weg zueinander  

„Der Kurs war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht”, berichtet der Künstler aus Überlingen. Beck lebt seit 2012 am Bodensee. Zu seiner Heimat, den Westerwald, kehrt er aber immer wieder zurück. Eine, die einen der begehrten Plätze „ergattert” hat, ist Siegrid Kohlmann, die bereits zum zweiten Mal dabei ist. „Ich will hier irgendwas zusammen bauen, um am Ende einen Kerzenständer oder eine Vogelscheuche zu haben”. Für ihr Hobby hat sie sich sogar ein eigenes Schweißgerät angeschafft. Nun dringt sie in den großen Berg von Stahlschrott ein, um dann zufrieden mit einigen verrosteten Stücken an der Werkbank zu erscheinen.

Dazu schweift ihr Blick über das Gelände. Denn es wird nicht nur der Stahlschrott zum kreativen Gestalten der Kunstwerke genommen. Auch Naturmaterialien wie Holz finden Verwendung. Den richtigen Umgang mit einem Schweißgerät, einer Flex oder den dafür benötigten Klammern, den weiß Hansjörg Beck zu vermitteln. Petra Kögler aus Bad Marienberg will „als Vertriebsleiterin und Schreibtischtäterin” mal etwas handwerklich herstellen. „Irgendwas aus Schrott machen, ohne Ecken und Spitzen – und mit Rundungen”. Sie will ihre Kunstwerke zwischen Büschen in ihren Garten stellen „mit Meisenknödel dran”. So hat jeder Teilnehmer ein ungefähres Bild vor Augen.

Dazwischen immer wieder Hansjörg Beck, der den Teilnehmern in ihre Kreativität nicht reinredet. Nur bei der richtigen Handhabung einer Flex ist er sofort zur Stelle und korrigiert die verkehrte Handhaltung. Am Ende treten die Teilnehmer zufrieden die Heimreise an, ihre Kunstwerke sicher im Kofferraum verstaut.

(Text nach Klaus-Dieter Häring, der auch Autor der Fotos ist.)

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