Lieder voller Sinnlichkeit

Esther Lorenz und Peter Kuhz haben ein berührendes und wohltuendes Konzert dargeboten. „Bossa Nova & Bolero” lautete der Titel ihres Programms.

Unplugged – nur Stimme und Gitarre kamen hier, im Stöffel-Park in Enspel, zum Einsatz. Die Wirkung der südamerikanischen Musik mit ihrer Poetik, der weichen Sprache und den emotionalen Inhalten war eine ganz besondere.

Die beiden Musiker traten vor rund 50 Zuhörern auf. Sängerin Lorenz erzählte zwischen den Vorträgen von der Entstehungsgeschichte der Musikstile. Als Erstes sang sie mit ihrer warmen, teils rauen Stimme, die auch in den Höhen überzeugt, „Chega de Saudade”, der als erster Bossa-Nova-Song gilt, geschrieben von den Brasilianern Antônio Carlos Jobim und Vinícius de Moraes. Gefolgt wurde der Beitrag von dem Bolero, der in Kuba seine Wurzeln hat, aber auch von Mexikanern gerne aufgegriffen wird. „Cuando vuelva a tu lado” hat María Grever komponiert – der Tanz dazu ist eine genüssliche Rumba.

Außergewöhnliche Lieder sind ihre Leidenschaft 

Die beiden Musiker treten seit rund 20 Jahren zusammen auf, erzählen sie in der Pause. Jeder von ihnen verfolgt daneben eigene musikalische Wege. Auch mit hebräischen Liedern sind sie derzeit on tour.

Weiter ging es mit viel saudade (Sehnsucht) und jeder Menge corazon (Herz). Trotz aller gesungener Zärtlichkeit und Verspieltheit klingen die Lieder doch immer melancholisch und wirken in dieser Mixtur wie ein Balsam für die Seele. Dazu passt ideal die Gitarrenbegleitung von Peter Kuhz, der überdies in zwei Soli noch nachdrücklicher zeigte, wie herrlich er spielen kann – fließend, ausdrucksstark, punktgenau.

Manche der dargebotenen Titel sind im Original bekannt geworden wie das romantische „Besame mucho” – für dessen verträumt-umschmeichelnde Interpretation Lorenz einen Bravo-Ruf erhält. Oder „Mas amor”, andere eher unter dem englischen Titel: „What a Difference a Day Makes” oder „Girl of Ipamena”.

Es ist eine musikalische Wellness, die hier zu erleben war. Entspannt und zufrieden konnten die Zuhörer nach zwei Zugaben nach Hause kehren.

Die Veranstalter, Stöffel-Park und Kulturreferent Johannes Schmidt, konnten zufrieden sein. „Viele Zuhörer haben sich beim Rausgehen bei mir für das Konzert bedankt”, freute sich Martin Rudolph.

(Text und Fotos: Tatjana Steindorf )

  zur Übersicht Neuigkeiten     zum Archiv