Leckere Musik zum groovigen Essen

Ein umfangreiches Brunchbuffet und ausdrucksstarke Jazzmusik gab‘s  beim Stöffel-Park in einem Paket – mit dem Jazzbrunch in der Alten Schmiede. Keep Digging sorgte für die akustische Unterhaltung und „Die Idee“ (Eventservice, Kausen) für  Leckeres: vom Müsli über Gemüse und Fleisch bis zum Dessert gab es alles, was der Magen wünschen konnte. 54 Genießer hatten sich zum Schmausen und Zuhören in Enspel versammelt.

Ohne Dixieland macht's auch Spaß

Die Musiker spielten zum großen Teil eigene Stücke oder interpretierten bekannte Melodien auf ihre eigene Art. „Bei uns ist kein Dixieland zu erwarten“, gab Eckart Mascus freudig zu (Saxofon/Gitarre). Und sehr schmusig-weich waren die Titel auch nicht,  obwohl, wie die Herren zu verstehen gaben, sie angesichts des Brunchs „mit  angezogener Handbremse“ spielten.  Trotzdem war es noch laut genug. Rund um  Beiträge wie  „Come Together“ (Beatles) oder dem fluffigen „Jazz in the House“ und eigenen Stücken wie „Rapunzel“, „No.41“ oder „August“  – vier Sets waren insgesamt eingeplant – moderierte  Norbert Bischoff  (Gesang/Gitarre/„Gedicht“), wie ihm der Schnabel gewachsen war.

Nicht nur an den Instrumenten schätzt die Band ein wenig Nonchalance und kreative Fülle, aus der immer wieder neue Titel geboren werden, auch der spontane Einfallsreichtum Bischoffs erstaunt (oft sogar seine eigenen Musikerfreunde).  Manches, was es sagt, wirkte nicht ereignisadäquat, aber: Es lebe die Gedankenfreiheit. Gehört das nicht auch zu dem höheren Sinn von Jazz? Was diese sympathische Männerband(e) antreibt, ist der Wunsch, immer wieder Neues zu machen, sich überraschen zu lassen. „Kein Stück wird zweimal gleich gespielt“, meint Mascus. Er und Volker Anhold (ein bemerkenswerter Trompeter) schildern das Konzept: Alle sind berufstätig, daher trifft man sich alle drei Wochen zum Jammen.  Sie geben dem Zufall dabei eine Chance, und der belohnt sie oft nach dem wilden freien Spiel, wenn daraus ein, zwei neue Stücke entstehen.

Ein bisschen La La Land in der Alten Schmiede

Zurück zu Bischoff: Der Mann ist streitbar, (sozial-)kritisch und humorvoll. Seine Begrüßung der Gäste lautete in etwa: „Lassen Sie sich von uns nicht stören. Und ich hoffe, dass beruht auf Gegenseitigkeit, dass Sie uns auch nicht stören.“ Jazz wirkt teils etwas schnoddrig, anarchistisch. Während klassisch ausgebildete Musiker sich um Perfektion bemühen, werden hier die Töne gerne mal frech, ja rotzig gespielt. Doch führt das  Zwiegespräch immer wieder hin zu Rücksichtnahme und Harmonie.  Jazz ist auch ein wichtiges Thema bei dem aktuellen Kinofilm „La La Land“ (14 Oscar-Nominierungen!).  Sebastian alias Ryan Gosling erklärt in dem Film seiner lieben Mia, warum Jazz so großartig ist… Nur als Anregung für alle, die es noch immer bezweifeln.

Die top Laune der sechs Musiker griff scheinbar um sich. Ein Gast gestand, er sei eigentlich kein Jazzfan. Aber die Veranstaltung hatte ihn gereizt – und was ihn erwartete, wusste er dank der wirklich sehr informativen Homepage der Band: www.keepdigging.de. Hier sind die Programme aufgeführt und viele Musikstücke zu hören… Und es sind natürlich noch weitere Keep-Digging-Mitglieder zu erwähnen: Sebastian  Wendt (Drums) gehört zu dem muntern Spielpool sowie Ulrich Wendt (Keyboard) und Michael Dietrich (Bass/Gitarre).

(Foto und Text: Tatjana Steindorf)

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