Langenhahner Grundschüler sind jetzt echte Geopark-Forscher

Die Sonnental Grundschule Langenhahn ist seit Mittwoch eine Geopark-Schule – die Kooperation unterstützt Umweltbildung und Zusammenarbeit mit dem Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Feierlich Ernennungsurkunde überreicht

Auf die rund 70 Schülerinnen und Schüler der Sonnental Grundschule Langenhahn, die mit ihren Lehrerinnen und Lehrern einen Ausflug in den Stöffel-Park in Enspel unternommen hatten, wartete eine besondere Überraschung: Knut Rehn von der Geschäftsstelle des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus überreichte ihnen im Beisein von Bürgermeister Gerhard Loos (VG Westerburg) und Martin Rudolph (Leiter Stöffelpark) sowie weiteren Akteuren des Geoparks eine Urkunde zur Ernennung der Grundschule als Geopark-Schule.

Sie ist damit die sechste Schule im Geopark, die dieses Zertifikat erhält. Es ist die erste Grundschule in der Verbandsgemeinde Westerburg, bemerkte Gerhard Loos erfreut. Schulleiterin Ulrike Kaiser freute sich über die Auszeichnung, die Grundlage für die künftige Zusammenarbeit mit dem Geopark und seinen Einrichtungen ist.

Nicht nur die Geowissenschaften stellen ein gemeinsames Thema von Schule und Geopark dar – auch ökologische Bildung, Industrialisierung und Kulturgeschichte können von Schülern in den Einrichtungen des Geoparks erfahren werden. Geoinformationszentren wie der Stöffel-Park bieten spannende „Aufhänger“ für den Unterricht wie Geschichte, Wirtschaft und Erdkunde bis hin zur Paläontologie.

Integration von Geopark-Themen in den Unterricht

Ziel der Zertifizierung als Geopark-Schule ist die verbindliche Integration von Geopark-Themen in den Unterricht. Dies geschieht durch eine nachhaltige und dauerhafte Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Einrichtungen des Geoparks. Den Schulen soll der Zugang zu attraktiven und praxisnahen Unterrichtsangeboten und Exkursionszielen in der Region erleichtert und die verbindliche Verankerung von Einrichtungen im Geopark als außerschulische Lernorte verbessert werden.

Ganz Ohr waren die Schüler, die sich im neuen Erlebnismuseum Tertiärum versammelt hatten. Natürlich nutzten sie den Besuch im Stöffel-Park auch, um sich tobend dem 140 Hektar großen Gelände anzunähern.

Der Geopark – Wo Marmor, Stein und Eisen spricht … und der Ton die Musik macht!

Der Nationale Geopark Westerwald-Lahn-Taunus wird von den Landkreisen Altenkirchen, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg und Westerwald sowie Marburg-Biedenkopf und der Stadt Diez gefördert. Ziel des Geoparks ist es, die Geschichte der Erde im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar und aktiv erlebbar zu machen. Die Sehenswürdigkeiten der Region mit geologischer, kultur- oder wirtschaftshistorischer Relevanz werden im Geopark miteinander vernetzt und werben füreinander. 2012 wurde er von der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung als Nationaler GeoPark zertifiziert.

Geologische Besonderheiten und reiche Rohstoffvorkommen

Die Region in Westerwald, Lahntal und Taunus ist ein steinreiches Land. Die geologischen Besonderheiten und die daraus resultierenden reichen Rohstoffvorkommen prägen die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung bis in die Gegenwart. Diese Geschichte und Geschichten zu bewahren ist eine wesentliche Aufgabe des „Rohstoff“-Geoparks, der 2010 gegründet wurde. Hier können über 400 Mio. Jahre Erd- und über 2.500 Jahre Bergbaugeschichte erkundet und erlebt werden. Ob Lahnmarmor, Kalk und Eisenerz aus der Devon-Zeit im Lahn-Dill-Gebiet, Basalt und Ton des Tertiär-Zeitalters im Westerwald oder die Spuren unterseeischer Vulkane im Taunus: Überall bieten Sehenswürdigkeiten die Möglichkeit, tief in die spannende Entwicklungsgeschichte der Erde einzutauchen.

Alles ist bereit für das Abenteuer, familiengerecht und serviceorientiert. Dabei kommt auch der Genuss nicht zu kurz – Mineral- und Heilquellen fördern kostbares Wasser tief aus der Erde, und regionale Spezialitäten werden von den Geopark-Gastgebern serviert.

(Text: Tatjana Steindorf, Fotos: Bettina Röder-Möllenhauer)

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