Doku: Wo ist die Grenze zwischen „Losers and Winners“?

Ein wahrhaft ausgezeichneter Dokumentarfilm ist in der Alten Schmiede des Stöffel-Parks zu sehen gewesen: „Losers and Winners”, D 2006. Die Regisseure Ulrike Franke und Michael Loeken hielten um das Jahr 2003 die Demontage einer gigantischen, damals topmodernen Industrieanlage fest – der Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund. Mit ihr verschwand das letzte Relikt des Montanzeitalters an der Ruhr.

Vom Sinn der Arbeit und des Lebens

Wo früher bis zu 800 Menschen tätig waren, betreuen nun die letzten dreißig Arbeiter den sogenannten Stillstandsbereich, während rund 400 chinesische Arbeiter die Anlage abbauen, damit sie in China wieder aufgebaut werden kann – und weitere dort nach ihrem Vorbild entstehen.

Hoffnungen und Ängste der deutschen wie chinesischen Arbeiter werden aufgezeigt, auch wird die fehlende Work-Life-Balance auf beiden Seiten deutlich.  Der Zuschauer wird angeregt, über Globalisierungseffekte nachzudenken und kulturelle Unterschiede, die nicht nur durch einen Übersetzer zu überwinden sind … Noch heute ein hoch aktueller Film, der einige technischen Entwicklungen und Warenüberschüsse erklärt, aber auch den Blick für die Zukunft schärfen kann. Und letztlich muss man sich fragen: Wofür und für wen das alles? Und wozu führt es?

Gespräch bietet einen Blick hinter die Kulisse 

Die Filmemacher standen nach der Aufführung des 35mm-Films bei nostalgisch-tackerndem Projektor, den das Team von Cinexx-Hachenburg rund um Betreiber Uli Hüsch in Gang setzte, für Fragen sehr offen zur Verfügung.

Sie hatten mit vollem Einsatz unzählige Stunden gefilmt und geschnitten und eine vertrauensvolle Basis zu den Menschen aufbauen können, über die sie berichteten. Ulrike Franke und Michael Loeken vermochten einen vielschichtigen, informativen Film zu erstellen, der auch die Emotionen und Träume der Arbeiter auf respektvolle, sensible Weise transportiert… Eine Meisterleistung, für die sie mehrere Preise erhielten, wobei sie die Trophäe des Goldenen Löwen (1. Hachenburger Filmfest) am schönsten finden, wie sie glaubhaft versicherten. 

Johannes Schmidt (Kulturbüro VG Westerburg) bedankte sich herzlich für ihr Kommen. Die Veranstaltung wurde unterstützt von Kultursommer Rheinland-Pfalz und dem Kino Cinexx aus Hachenburg.

Mehr Infos zum Film im Internet

(tast, Foto: Tatjana Steindorf)

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