Die Geschichte dahinter entdecken

Kirchen, Ruinen, Landschaften, Statuen: Die neu eröffnete Fotoausstellung im Stöffel-Park in Enspel zeigt „Magische Orte“ im Westerwald. 89 beeindruckende Aufnahmen von 14 Autoren sind im Museumsgebäude Tertiärum zu sehen. Und einige interessante Geschichten stecken auch hinter den Bildern.

Talent und Technik schaffen beeindruckende Bilder

Die Fotografen, die u.a. Infrarotaufnahmen, Langzeitbelichtungen oder HDR-Technik anwendeten, gehören dem Verein der Westerwälder Foto-Freunde an. Dessen Sitz ist zwar in Hachenburg, aber die Mitglieder kommen auch aus den umliegenden Verbandsgemeinden. Martin Rudolph, Geschäftsführer des Stöffel-Parks, begrüßte zur Eröffnung der ersten Fotoausstellung in den erst wenige Monate alten Museumsräumlichkeiten. Auch darauf wurde angestoßen – mit einem Glas Sekt, das Carmen Engel für jeden bereithielt. Unter den Gästen war auch Ortsbürgermeister Dieter Wisser.

Dieter Ochsenbrücher (links) und Thomas Jäger von dem Fotoverein vor den Aufnahmen der Ausstellung.

Einige besonders imposante Fotografien an der Frontseite ziehen das Augenmerk des Betrachters gleich auf sich: dazu gehören Bilder des Vorsitzenden der Foto-Freunde, Uwe Rose. Perfektion und technisches Know-how treffen in den gelungen komponierten Bildern zusammen. An deren Seite ist ein Schwarz-Weiß-Bild des Drachenfelsen zu sehen – Barbara Bathe hat hier alles Touristische und Gewöhnlich-Alltägliche von der beliebten Ausflugsstätte verbannt – das ist eine ihrer vielen Gaben. Und auch ein Werk von Thorsten Mehlfeld gesellt sich hinzu. Es sind immer wieder seine eingefangenen Lichtstimmungen, die berühren.

Jedes Bild erzählt eine Geschichte

Eigentlich erzählt jedes Bild eine Geschichte. Das gilt für „magischen Orte“ umso mehr. Teils stecken Sagen dahinter, geschichtliche oder persönliche Ereignisse. Die „Bahnbrückenruine bei Burglahr“ hat es Erhard Waßmuth angetan. Ein ruhiges, friedliches, ja romantisches Bild. Doch es war nicht der Zahn der Zeit, der hier wirkte: 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Brücke, über die die Bahnstrecke Linz-Flammersfeld-Altenkirchen verlief, beim Rückzug gesprengt.

Die Westerwälder Foto-Freunde e.V. stellen in Enspel 89 Aufnahmen aus.

Die putzige „Rote Kapelle“ von Friesenhagen hat Dieter Ochsenbrücker festgehalten. Ihn interessierte das Mahnmal, das dort steht, wo vor rund 400 Jahren mehr als 200 unschuldige Frauen und Männer als Hexe oder Zauberer verbrannt wurden. Das Kloster Hassel, fotografiert von Kurt Jungmann, ist insofern ungewöhnlich, weil es ein buddhistisches Kloster ist. Es wird geleitet von einer Deutschen, die seit vielen Jahren buddhistische Nonne ist. Jungmann ist dort auf sehr freundliche Leute gestoßen, ihm wurde Kaffee und Tee angeboten und erinnert sich gerne an die angenehme Unterhaltung dort in der „computerfreien Zone“.

Viele andere Fotografen und ihre Bilder wären noch zu nennen. Die Auswahl der Namen ist zufällig, kein Ranking – das kann jeder Besucher nach Geschmack und Vorliebe für sich selbst erstellen – oder einfach die Vielfalt schätzen und die Anregungen, die daraus entstehen können zur eigenen fotografischen Entfaltung oder um den nächsten Ausflug, die nächste Wanderung zu planen.

Die Ausstellung ist bis 30. Oktober 2016 täglich zwischen 10 und 18 Uhr zu sehen.

(Text und Fotos: Tatjana Steindorf)

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