Ein Eldorado für Kletterer

657 Meter hoch ist die höchste Erhebung des Westerwaldes, die Fuchskaute. Das ist natürlich eher ein Ziel für Wanderer als für Kletterer.

Bislang war der Westerwald kaum auf der Landkarte der attraktiven Outdoor-Kletter-Orte zu finden. Doch das ist Geschichte, denn die Kletterer haben nun ein neues, lohnendes Ziel für spannende Übungseinheiten an steilen Wänden: den Stöffel-Park. Dort befindet sich am 28 Meter hohen Brechergebäude 1 einer der spektakulärsten und größten Klettersteige dieser Art nördlich der Alpen. Die seilgesicherte Anlage mit künstlichen Klettergriffen lädt zum Erklimmen der Außenfassade eines Gebäudes, dazu noch eines Industriedenkmals von hohem Rang, ein. Der Klettersteig im Stöffel-Park ist DAS Ziel für Kletterbegeisterte.

Seit 2016 regelmäßige Kletterevents im Stöffel-Park

Der Stöffel-Park bietet erstmalig Kletterevents an, zu denen sich Einzelpersonen anmelden können. Allerdings handelt es sich nicht um ein Einzeltraining, sondern man klettert dann in Gruppen von vier bis sechs Personen.

Dass man sich auch als Einzelperson anmelden kann, ist ein großer Vorteil! Denn für viele Kletterer war es schwierig, eine ausreichende Gruppengröße zusammenzustellen, um ihren luftigen Sport im Stöffel-Park auszuüben. Jetzt kann jeder und jede klettern – und dabei dann auch neue Kletterbegeisterte kennenlernen. Unser Partner für diesen Event ist die Firma TEAMWERK Westerwald.

Geklettert wird zu festen Terminen, die wir immer rechtzeitig in unserem Veranstaltungskalender aufführen.

Eine Sportart mit großem Zulauf

Klettersteiggehen ist eine von zahlreichen Spielarten des Klettersports, die sich wachsender Beliebtheit erfreut. Im Stöffel finden die Klettersteig-Liebhaber nun eine neue Variante ihres anspruchsvollen Sports. Einsteiger in den Klettersport und Fortgeschrittene haben gleichermaßen Spaß und sportliche Herausforderung, denn es gibt diverse Möglichkeiten, Begehungsvarianten und Schwierigkeitsgrade, wie der Brecher bezwungen werden kann.

Unter der Regie des erfahrenen Bergsteigers und Kletterers Rolf Sørensen aus Worms ist in Zusammenarbeit mit der Firma T-Wall (Frankfurt am Main) eine neue, anspruchsvolle Attraktion im Westerwald entstanden.

Sicherheit wird großgeschrieben

Sørensen übernahm die Planung der Anlage, den Routenbau und die Koordination der Arbeiten. Griffelemente, an denen sich die Kletterer entlang hangeln, sind aus einem speziellen Epoxidharz-Quarzsand-Gemisch gefertigt und fest im Mauerwerk der Industrieanlage verankert. Gesichert wird mittels Klettergurt und Klettersteigset an einem Stahlseil, das entlang der Route verläuft. Die Sicherungselemente und deren Montage entsprechen dem neuesten Stand der Technik und zeigen viel Erfahrung im Bau solcher Anlagen. Für die Sicherheit der Kletterer sind statische Berechnungen und Festigkeitsprüfungen unabdingbar.

Der Bau der Anlage berücksichtigt neueste Untersuchungen des Sicherheitskreises im Deutschen Alpenverein (DAV) sowie die Empfehlungen zum Thema „Mehr Sicherheit beim Bergsport“, herausgegeben vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit.

Die Route

Und nun zur Klettertour.

Der Weg führt an den Rand eines der Außensilos am Brecher. Leitersprossen geleiten den am Stahlseil gesicherten Kletterer zum acht Meter tiefer gelegenen Grund. Auf der gegenüberliegenden Seite beginnt der Anstieg über eine Rampe zur Fassade des Brechers. Den Griffen folgend sind nun 13 senkrechte Klettermeter bis zur Kante zu überwinden.

Durchaus auch für anspruchsvolle Kletterer geeignet - der Klettersteig im Stöffel-Park.

Die erste Herausforderung: die Kante

Wer diesen Einstieg nur mit großer Mühe bewältigt, kann die weiteren Passagen umgehen und über einen Steig mit Leitersprossen und Stufen zum Ausstieg gelangen.

Im weiteren Verlauf des Steiges gelangt man auf die Nord-West-Seite des Industriegebäudes und quert, zunächst absteigend, dann schräg aufwärts unter einem Fenstersims vorbei, die gesamte Fassadenseite.

Der höchste Punkt der Route ist erreicht

Am höchsten Punkt der Route, bei etwa der Hälfte der Strecke, steigt der Kletterer auf einen der Fenstersimse, auf den er sich mit dem Rücken zur Wand stellen und bei schönem Wetter die Fernsicht über das Tal genießen kann.

Wer hier aussteigen will, gelangt durch das von außen zu öffnende Fenster ins Innere des Brechers und wählt den Abstieg durch die Erlebnisräume. Wer weiter klettert, nimmt die Route durch die Wand, folgt einer weiteren Kante, diese wird umgangen, und es folgt eine weitere Querung, die etwas klettertechnisches Geschick erfordert.

Die kurze Abstiegspassage an der nächsten Kante und die folgende Querung haben es noch einmal in sich. Weite Spreizschritte sind gefordert und der Anspruch an die Kondition wird deutlich höher.

Kurz vor dem Ziel: ein „no hand rest”

Die Verschneidung im Anschluss bietet einen „no hand rest“ und dann ist es fast geschafft. Fünf Sprossen leiten die Kletterer auf den Boden. Wer auf diesem Weg das Stahlseil nicht zur Fortbewegung benutzt, sondern ausschließlich zur Absicherung, und an den Befestigungspunkten nicht ausruht, hat die Route im unteren fünften Schwierigkeitsgrad (UIAA) geklettert. Bei Mitbenutzung der Sicherungsmittel und beim Ruhen wird die Route entsprechend leichter, beim Auslassen von Griffen schwerer. Auf höchstem Niveau klettert, wer nur die Gegebenheiten des Bruchstein-Mauerwerkes zur Fortbewegung nutzt.

Alleine der Ausblick (be)lohnt die Mühe

Der Ausblick ist grandios, und wenn das Abenteuer geschafft ist, wird es ein ordentlicher Kick für das Selbstbewusstsein. Nach Anmeldung können erfahrene Kletterer hier auf eigene Faust agieren.

Wir informieren Sie gern über Bedingungen und Kosten und nehmen natürlich auch Ihre Anmeldung entgegen.

Auf Wunsch vermitteln wir Ihnen für Ihren Event den erforderlichen Kletterwart!