Café Kohleschuppen gerät zum etablierten Kunstforum

Der volle Veranstaltungskalender des Enspeler Stöffel-Parks für die Saison 2015 hat ganz genießerisch mit einer Kunstausstellung begonnen. Immer mehr Besucher – letztendlich wohl mehr als 60 – glitten in das Café Kohleschuppen hinein, um die Vernissage von Jutta Lehnhäuser (Bad Marienberg-Zinhain) mit offenen Sinnen und einem Sinn für Geselligkeit auf sich wirken zu lassen. Da die großformatigen Werke verschiedene Stilrichtungen aufweisen, konnte wohl jeder Gast ein Bild nach seinem Geschmack finden. Anstoß zum Nachdenken waren sie allemal, denn die Malerin erzählte zu einigen Exponaten kleine Entstehungsgeschichten und Gefühle, die sie mit ihren verbindet. So konnte ihre „Spurensuche“, so der Titel der Ausstellung, Vorbild für die Herangehensweise des Betrachters werden.

„Meine Tochter hat mich zum Malen gebracht“, gesteht Lehnhäuser, die sich seit zehn Jahren intensiv mit dem Metier beschäftigt und immer wieder schult. Lehnhäuser bezeichnet sich selber übrigens nicht als Künstler, sondern spricht über sich als „kreativen Menschen“. Im Laufe der Zeit hat sie festgestellt: „Acryl liegt mir.“ Hinzu arbeitet sie gerne verschiedene Materialien in ihre Bilder ein: mal ein Stück Holz auf Leinwand, mal schlingt sich Kupfer um ein Eichenbrett. Auch Verpackungsmaterial ziert ein Werk. Es ist eines ihrer Auftragsbilder. Das Bild zeigt unter anderem, was die Firma herstellt. Während „Manhatten“ farbenfroh („Wie die verschiedenen Menschen dort“) und naiv-abstrakt daherkommt, ist bei dem Exponat gegenüber ein eher asketisch-asiatischer „Bogen“ zu sehen. Gegenständlich ist wiederum das Bild von den Kieselsteinen. Teils ist der Farbraum düster bis grell, dann wieder zart und hell.

Was hinter den Kunstwerken steckt

Einen schönen Einblick in die Gedankenwelt von Jutta Lehnhäuser bekam man durch das Gespräch, das Künstlerin Ursula Meister mit ihr führte. Sie vertrat Marli Bartling, die ein wichtiger Ansprechpartner für die Künstler am Stöffel-Park ist. Martin Rudolph, Geschäftsführer des Stöffel-Parks, war höchst erfreut, dass sich das Café Kohleschuppen als Ort der Kunstausstellungen etabliert hat.

Der Facettenreichtum der Ausstellung erfreut und lässt an diesem Nachmittag auch die Gäste sich angeregt darüber austauschen. Einen schönen musikalischen Rahmen dazu bot Hilde Fuhs (Hahn bei Bad Marienberg), die zu Mandola- und Harfenklängen sang. Fundstücke plus Kunst – fast könnte man von „Kunststücken“ sprechen, was auch ein schöner Titel für die Ausstellung wäre.

Die Ausstellung ist bis zum 30. April 2015 täglich von 10-18 Uhr zu sehen.

Die nächste Vernissage folgt bereits am 3. Mai 2015. Michaele Wirth stellt aus unter dem Titel: „Sonnenküsse”. (Text und Fotos: Tatjana Steindorf)

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