Burgfest in Rotenhain war ein sehenswertes Spektakel

Besucher freuten sich Mittelaltermarkt, Spiele und Gaudi: Das fünfte große Burgfest in Rotenhain war ein sehenswertes Spektakel, welches viele Besucher zum Schauplatz an die wieder aufgebaute Motte lockte. Die Aktiven des rührigen Vereins „Historica“ und auch die Ortsgemeinde aus Ausrichter zeigten sich sehr zufrieden, denn das Wetter spielte mit, die Teilnehmer boten ein buntes Programm und zahlreichen Gäste kamen auf dem großen Gelände allseits auf ihre Kosten.

Noch mehr Besucher, noch mehr Teilnehmer

„Ich bin überwältigt“, äußerte sich Oberritter Pitter (Peter Benner) in Bezug auf die Veranstaltung, die trotz der zunächst schlechten Wettervorhersage doch ein voller Erfolg wurde. So kamen diesmal noch mehr Teilnehmer und Besucher als im letzten Jahr. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen waren die Schattenplätze gefragt. Unter dem Blätterdach der Bäume waren auch die Waldritter zu finden, die wie viele andere ein buntes Programm für Klein und Groß boten.

Insbesondere für die Kinder war es eine tolle Zeitreise, in der sie viel wissenswertes über das Leben und Arbeiten im Mittelalter erfuhren. Dazu gehörten auch verschiedene Spiele und ein außergewöhnliches Karussell, das noch von Hand gedreht wurde.

Das Leben der Ritter und Handwerker, der Knappen und Edelfräulein

Ritter trugen ihre Kämpfe aus und nahmen dabei den einen oder anderen blauen Fleck in Kauf. Wenn Teile der Rüstung kaputt gingen, wurden sie einfach repariert und der nächste Gegner konnte kommen. Gaukler und Künstler machten mit Spiel und Spaß auf sich aufmerksam und ernteten für ihre Darbietungen kräftigen Beifall. Handwerker und Händler hatten ihre Stände aufgebaut und boten wie in alten Zeiten Produkte für den täglichen Bedarf an. Dazu gehörte ein Korbflechter ebenso wie ein Salzhändler oder ein Bäcker, der Fladenbrote verkaufte.

Wer wollte, der konnte hier auch mittelalterliche Gewänder erwerben. Für die Teilnehmer ist es selbstverständlich, dass sie nicht in ihrer normalen Kleidung, sprich mit Jeans und T-Shirt, zu einer solchen Veranstaltung gehen. Sie kommen in ihren „Kostümen“. Vom Knappen bis zum Edelfräulein war hier alles vertreten. Einen Einblick in deren „Zuhause“ konnten die Besucher auf dem großen Zeltplatz bekommen. An den festlich gedeckten Tischen saßen Gesellschaften beieinander, um gemeinsam das Mahl einzunehmen. Kinder liefern herum und spielten mit kleinen Holzschwerten sowie selbst gebauten Pfeil und Bogen. Eltern beschäftigten sich mit den Kleinen, wobei Glasperlen und anderes einfaches Spielzeug von Interesse war. Rüstungen wurden poliert, Kleidung geflickt oder die Familien genossen einfach nur Ruhe und Sonnenschein. Einige Zelte standen offen und gaben den Blick frei auf das große Bett, das fast den ganzen Platz einnahm. Die große Wiese war stellenweise aufgeweicht. Dort waren die Wege mit Stroh und Steinen abgedeckt, was das rustikale Ambiente und die Realität des Mittelalters unterstrich.

32 Ritterschaften waren angereist

Fahnen und Schilder gaben Hinweis darauf, welcher Verein wo seine Zelte aufgeschlagen hatte. „Insgesamt waren 32 Ritterschaften gekommen, wovon jeder mit etwa zehn Personen vertreten war“, berichtete Oberritter Pitter. Für Montag habe man nochmal gutes Wetter bestellt, so dass die Zelte auch wieder trocken abgebaut werden können.

(Text und Fotos: Ulrike Preis)

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