Bernd Baldus stellt seine Bilder im Stöffel-Park aus

Bernd Baldus hat viele Talente. Eines davon ist die Musik, ein anderes die Malerei. Am vergangenen Sonntag gab er von beidem eine Kostprobe. Gemeinsam mit Familie, Freunden und Interessierten feierte er die Eröffnung seiner zweiten Ausstellung im Stöffel-Park in Enspel. Diese trägt den Titel „Bernd Baldus — Ausgewählte Arbeiten — Zweiter Teil” und zeigt 21 Bilder. Seine derzeit ausgestellten Arbeiten reichen vom Jahr 1988 bis zu ganz aktuellen Werken.

Sohn der Gemeinde

Zunächst hieß der Leiter des Stöffel-Parks, Martin Rudolph, die Besucher der Vernissage im Café Kohleschuppen herzlich willkommen. Die Gemeinde sei stolz, so einen Künstler als „Sohn“ zu haben, hob Ortsbürgermeister Dieter Wisser in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Tertiär- und Industrieerlebnispark Stöffel hervor. Wie er weiter berichtete, seien sie Cousins. Umso mehr freue er sich, ihn und viele weitere Familienmitglieder begrüßen zu können.

Marli Bartling, die sich um alle Angelegenheiten rund um die Kunst im Stöffel-Park kümmert, hatte an diesem Nachmittag die Aufgabe, den vielseitigen Künstler den Anwesenden vorzustellen. „Vor einigen Jahren hatten wir beschlossen, Kunst zu zeigen. Seit dieser Zeit wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Stöffel-Park und der Kunstkennerin und Galeristin Marli Bartling immer enger. Jetzt sind wir bei vier Ausstellungen im Jahr. Für das nächste Jahr stehen schon jetzt alle vier fest, für 2021 sind bereits zwei vergeben“, informierte Martin Rudolph über die Hintergründe. Bernd Baldus, Jahrgang 1954, absolvierte seine Ausbildung an der Freien Kunstschule in Wiesbaden. In Enspel aufgewachsen, zog es ihn 1982 in die Nähe von Fulda, wo er auch heute noch lebt.

„Dau met deyne Klabeie“, habe sich sein Vater früher geäußert. Doch sein Erfolg führte ihn in viele große Städte. So auch nach Berlin, Kassel, Wien und Barcelona. Wie Bartling berichtete, ist Bernd Baldus Musiker, Maler und Kunsttherapeut.

Seine derzeit ausgestellten Bilder zeigen Tiere, Menschen und Landschaft, darunter auch Ansichten des Brechers im Stöffel-Park, wo er als Kind spielte und auf Erkundungstour ging.

Denkanstöße geben

Diese Radierungen, die weiter handkoloriert wurden, spiegeln seine Heimatverbundenheit wider. Darüber hinaus malt er mit Aquarell, Öl, Gouache und auch mit Farbstiften. Ein Arbeiter im Steinbruch, ein Koch, der rockt, eine erfolgreiche Frau mit Bart — Bilder mit Satire und einem gewissen Humor.

„Beim Malen höre ich sehr oft Musik“, so Baldus, der Lebensauffassungen und Gefühle in seine Arbeiten einfließen lässt. Eines seiner Selbstportraits zeigt ihn zusammen mit seinem Musikerkollegen Mike Jehn. Als leidenschaftlicher Nichttänzer sei der Tango für ihn faszinierend, was er auf Leinwand festhielt. „Ich möchte dem Betrachter Denkanstöße geben“, erläuterte Baldus, der gerne der Fantasie freien Lauf lässt. Jeder solle beim Anschauen eigene Gedanken entwickeln. So auch bei der „Venus“, dem größten ausgestellten Werk. Nur wenige Meter weiter hängt „Bob Dylan“, dessen leidenschaftlicher Fan er ist.

Oftmals wählte er Blau als Hintergrund. „Blau ist rätselhaft“, gab er zu Bedenken. So auch beim „Bullen in Blue“, der den Blues zu haben scheint. Dass auch er selbst den Blues im Blut hat, machte er schon zu Beginn mit dem Lied „Heute hier, morgen dort“ deutlich. Nachdem er allen für das große Interesse gedankte hatte, gab er noch ein eigenes Arrangement mit Gitarrenklängen und Gesang zum Besten: „Forever young“ als „Fier emmer jong“ in Enspeler Platt, was mit kräftigem Beifall honoriert wurde.

Karten fürs Konzert

Mehr Musik und auch Kunst gibt es am Donnerstag, den 31. Oktober 2019, denn dann findet die Finissage statt. Den Auftakt bildet um 18 Uhr zunächst ein Kunstgespräch im Café Kohleschuppen. Um 19 Uhr beginnt das Konzert in der Alten Schmiede. Neben Bernd Baldus werden auch Max Baldus und Frank Tischer zu hören sein.

Karten zum Preis von EUR 15 gibt es im Stöffel-Park (E-Mail: info@stoeffelpark.de, Telefon 02661 9809800), in der Tourist-Information WällerLand Alter Markt Westerburg und in der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee sowie in der Buchhandlung Logo in Westerburg.

(Text und Fotos: Ulrike Preis)